oder sinnloses Geschwafel
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just a bad mind

Innerlich zerreißt es mich. Meine Gedanken scheinen ihre eigenen Wege zu gehen. Ich lache und doch weine ich.. alles kreist. Chaos.
Mittwoch wieder ein sinnloser Termin. Wieder zwei Stunden dasitzen, über alles reden und das doch nicht zu meinen. Nichts eins sein, gespalten sein. Lächeln und doch weinen. Nicht wissen, was real ist, was gespielt ist, es ernst zu meinen und doch alles lächerlich zu finden.
Ihn anschauen, wissen, was er denkt. Nichts Gutes. gar nichts Gutes. Therapie ist kein Kinderspiel.
Wie das Leben.

Ich muss abnehmen, dünner werden. So kann ich nicht vor ihn treten. Ich will essgestört sein? Ich sehe aus wie ein Pfannkuchen, aufgedunsen, fettig.. Ich darf nichts mehr essen. Er soll mich ernst nehmen. Er nimmt mich ernst, aber ich schäme mich.

Gedanken kreisen. vielleicht mehr Sport?

Diese Fressanfälle sind Gift, sind tödlich. Wie lange ertrage ich das schon? Wie oft hab ich mit dem Gedanken gespielt? Aber die endgültigkeit ist doch nicht endgültig. Ein langer Prozess bis zur Kehrtwende.
Es muss sich etwas ändern. Kalorien zählen, nein sagen, nein denken, nichts in mich aufnehmen.

Er soll mich anschauen, er soll erschrecken und nicht denken, ich sähe besser aus. Besser aussehen heißt fett zu sein. Heißt zugenommen zu haben.

Hässlich, fett, Abschaum...

ekelhaft..

Seit Monaten das Gefühl des Ekels. Ein kurzer Blick in den Spiegel. Schnell wieder weggeschaut, verdrängen, sich nicht damit beschäftigen, wie man aussieht, die Hässlichkeit zulassen.

Hassen und verdrängen.
6.3.08 22:55


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Unförmig. Ich bin unförmig. Zu breite Schultern, dagegen zu "schmale" Taille dann wieder viel zu breites Becken. Keine Zierlichkeit. Ich ertrag das nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr anschauen. Ich will nicht mehr über meinen Körper nachdenken. Ich ertrage es nicht fett zu sein.

Essen, überall ist essen. Es scheint mich zu verfolgen. Man kann keinen Abstand dazu gewinnen. Da ein Apfel, hier Schokolade, Kekse, Gummibärchen die ganze Welt scheint mit Essen vollgestopft zu sein. Und ich mittendrin, verliere die Beherrschung, kann nicht stark sein, kann nicht Nein sagen. Ich gebe nach, versage, lasse zu "satt zu sein". Ich hasse es. Es muss raus, alles raus aus meinem Körper. Essen ist Gift.

Unbeherrschbare Wut über den Kontrollverlust. Wieder versagt, wieder nicht stark geblieben, ich fühl mich nicht gut.
Aufgequollen, Augenringe, ich seh ungesund aus. Ich will nicht ungesund aussehen, ich will nicht fett aussehen. Ich kann mich einfach nicht zusammenreißen!!

MEin Magen schmerzt, mein Hals kratzt, mein Kopf dröhnt. Aber der Magen ist wieder einigermaßen leer.
Morgen beginnen die Nachtdienste. Es wird schrecklich. Wie kann ich da stark bleiben? Essen aus Nervosität, Essen aus Langeweile, Essen, weil mich keiner kontrolliert und ich freizügig alles erbrechen kann. Essen, weil ich schwach bin, weil ich nicht stark sein kann. Weil niemand da ist, der mir sagt, wie fett ich bin und dass ich mich schämen sollte. Essen weil ich ich bin.
Schä Dich! Schäm Dich sehr! Für jede Kalorie, die du aufnimmst!
Ich nehme es mir immer wieder vor: Morgen wird nichts gegessen. Morgen bist du stark. Aber ich klapp ein, gebe nach. Am Ende des Tages ist da nur wieder Enttäuschung über das eigene Versagen.

Den ganzen Nachmittag hab ich geschlafen. Ich war so müde! Ich merke, wie die Fressanfälle an meinen Kräften zerren. Jetzt war ich faul, statt für die Schule zu lernen, hab ich geschlafen. Statt aufzuräumen, zu putzen und einfach aktiv zu sein, hab ich faul auf der Couch gelegen und meine Fettzellen ausgeruht. Ihnen die Möglichkeit geboten zu wachsen. Keine Kalorien verbrannt, ich bin schlecht.

Ich muss meinem Therapeuten absagen. Wie soll ich das ihm beibringen? Er hat sich extra für mich den Termin freigegraben und jetzt muss ich arbeiten. Ich bereue es. Und irgendwie auch nicht. Ich wäre gerne hingegangen und bin aber auch froh, nicht hingehen zu müssen.

Ich fühl mich isoliert. Was tue ich noch? Arbeiten, fressen, erbrechen, zur Schule gehen, schlafen..

Was ist das für ein Leben???? Was?

Ich bin allein. Ich fühle mich einsam.
10.3.08 19:13


Es wird nicht besser. Mein Gefühl bleibt konstant. Das ist nicht gut. Ich weiß es. Ich kenne es.

Ich muss aufhören zu essen. Dann geht es mir besser. Streng sein, Disziplin haben.
Das Forum ist zu. Komisches Gefühl. Angst, vor Konsequenzen, Angst vor dem Alleinsein.

Mein Kopf schmerzt. Ich denke zu viel nach. Ich bin alleine, bin müde, wünsche mir Nähe und kann sie doch nicht ertragen. Gleich muss ich arbeiten, mich um andere Menschen kümmern, mich ihren Sorgen annehmen. Mein Kopf ist nicht frei dafür. Zu sehr bin ich mit mir selbst beschäftigt.

Ich hab meinen Therapeuten angerufen. Ein schwerer Anruf. Ich wollte nicht absagen, zu wichtig war der Termin. Ich habe für nächste Woche Mittwoch einen neuen gemacht. Ich hab ihn gemacht, obwohl ich jetzt schon weiß, dass ich ihn nicht wahrnehmen kann. Ich hab doch Schule. Ein Zwiespalt. Oder nein, vielleicht sind da schon Ferien?? Bitte lass da schon Ferien sein! Ich brauch den Termin! Ich muss den wahrnehmen!
Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen! Aufgequollen, fett, ekelhaft. Ich will das alles los sein! Mich einmal in meiner Haut wohlfühlen. Mich nicht schämen, wenn ich das Haus verlasse, immer in der angst jemandem könnte mein fettes Ich auffallen und er könnte mich darauf ansprechen.

Mein Kopf schmerzt so sehr! Er platzt.

Gedanken.. Gedanken.. Gedanken.. sie kreisen. Alles dreht sich. Alles dreht sich um mich. Ich will das nicht mehr, will mich von mir selbst ablenken, aber in der Einsamkeit, in der Stille, da bin nur ich.

Wo bleibt mein AFM? Ich muss mich leer kriegen. Die Diuretika helfen nicht mehr. Sie wirken nicht mehr. Ich bin voll, voll bis oben hin, überall essen, überall fett. Ich ekel mich.

Jeden Tag der erwartungsvolle Gang zum Briefkasten, jeden Tag Hoffnung auf Erlösung, jeden Tag Enttäuschung..

Ich muss meine Hausaufgaben machen.. Hilfe. Ich muss arbeiten, lernen, den Kopf frei haben für Wichtigeres als ich.

HILFE
11.3.08 16:53


noch eine Dreiviertelstunde und ich muss los.
Mir geht es nicht gut. Mein Puls rast meine Hände zittern, meine Knie sind weich. Zu viel Kaffee? Ich hab doch sonst nichts genommen! Mir darf heute nicht mein Kreislauf abschmieren!! Fuck!

Ich bin müde, wie soll ich wach bleiben? Mir ist schlecht und gleichzeitig will ich Essen in mich hineinstopfen. Ich will ausblenden, dass ich arbeiten muss. Verdrängen, es aus meinem Gehirn streichen.
Was ist los mit Dir??? Was ist nur los mit Dir??

Ich bin nervös. Als hätte ich gleich mündliche Abschlußprüfung. Aber ich hatte schon Nachtdienste, daher kann die Nervosität also nicht kommen. WAS IST LOS?

Ich kenn keinen Patient, ich bin auf einer fremden Station, irgendwie gefällt mir das nicht. Hinzukommend weiß ich nicht, wer auf den anderen Stationen Nachtdienst macht. Aber kommt daher die Nervosität?
Ich bin nicht überzeugt.

Eine innere Unruhe hat mich gepackt. Mir ist alles zu viel.

Was soll ich tun?

Beim letzten Mal hab ich mich auf die Nächte gefreut. Dieses Mal ärgert es mich. Aber es gibt mehr Geld und ich kann das Geld gut gebrauchen. Kann ich doch, oder?

Am Freitag nach dem Nachtdienst noch Deutschklausur schreiben. Ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich hatte vergessen, dass ich Deutsch noch schreibe. Ob ich mich konzentrieren kann? Mist.. Aber jetzt noch absagen? Nein, das kann ich nicht..

Mist.. Ich muss lernen Nein zu sagen! Ganz dringend! Ich bin nicht verantwortlich für die ganze Welt! Ich bin ersetzbar! Mist, mist, mist..

1. Phase des Burn-Out-Syndroms--> Hochphase, Gefühl der Unersetzbarkeit. Hohe Motivation, grenzenüberschreitendes Handeln.

Das hab ich doch alles gelernt. Ich muss aufpassen. Mir darf es nicht so ergehen, wie meiner Mutter.

Ich hab doch schon einen an der Klatsche.. Das reicht doch.. noch mehr kann ich nicht gebrauchen..

Ich muss ruhiger werden.. so kann ich mich nicht auf den Dienst konzentrieren..
Irgendwie hat das alles so einen Hauch Panik.. Aber wovor? Wofür überhaupt? Was soll das??

*tief durchatmet* Ruhe.. ganz ruhig..

Es ist nicht der nachtdienst.. Aber was ist es dann?

Soll ich jetzt noch etwas essen?

Nein. Nein, ich bleibe stark..
11.3.08 19:25


Deutschklausur und andere Peinlichkeiten

Meine Nachtdienste sind vorbei. Gott sei Dank. Es war anstrengend, sehr anstrengend. Ichhab mir geschworen, sowas nie wieder zu machen! Das zweite Mal überhaupt Nachtdienst und dann direkt auf eine fremde Station (die bettenreichste). Pure Hektik. Kaum stillgestanden, nur zum Zettel abheften hingesetzt und selbst dann hat mich die unruhe gepackt.
Angst. Angst, dass etwas passiert, Angst, dass ich den an mich gesetzten Erwartungen nicht gerecht werden kann. Ich will nicht, dass man über mich schlecht redet.
Wie illusorisch! Wir arbeiten im Krankenhaus.. Da wird immer schlecht geredet. Ich hab es im Nachtdienst gemerkt. Die Kollegen auf den anderen Stationen waren sehr redefreudig. Sobald man aufeinandertraf ging es rund. Kein gutes Haar wurde gelassen. Ich stand daneben, hab still zugehört mit Erstaunen, mit Schrecken und habe mich die ganze Zeit gefragt, was sie wohl über mich sagen, wenn ich nicht da bin. Ich will es mir nicht ausmalen.
Über Ostern hab ich auf meiner station wieder Nachtdienst. Da fühle ich mich sicher, das ist mein Terretorium
Hoffentlich werden die Nächte ruhig.

Ich hab Schwierigkeiten in meinen Rhythmus wieder hineinzukommen. Gestern bin ich nach dem Nachtdienst gar nicht schlafen gegangen. Ich wollte noch für die Deutschklausur am Abend etwas lernen. Fehler, ganz großer Fehler. Ich hab mich überschätzt!
Gelernt hab ich letztendlich nichts, dafür hab ich meine körperlichen Grenzen kennengelernt und hmm eine Deutschklausur in den Sand gesetzt. Ich schäme mich so sehr. Es ist kaum auszuhalten.
Und da ist er wieder. Mein netter Begleiter. Der Leistungsdruck. Der Zwang gut sein zu müssen. Oh mein gott, wie habe ich ihn vermisst! Gut sein ist gleich dünn sein. Schlecht sein ist gleich dick sein. Die einzige Strafe wird also die Nahrungsverweigerung sein
Juchuuu, vielleicht kriege ich so meine Fressanfälle in den Griff.
Trotz allem ist es momentan so, dass ich meiner Deutschlehrerin nicht mehr in die Augen schauen kann. Was denkt sie denn jetzt bloß von mir?? Ich hab gestern noch bis 3 uhr wach gelegen und darüber nachgedacht; obwohl ich nicht geschlafen hatte, war ich nicht mehr müde. Der Scham ist unerträglich und es quält mich.
Ich habe überlegt, ob ich ihr eine Email schreiben soll und erklären soll, warum meine Klausur so miserabel ist. Ich weiß nicht, ob es mir hilft. Ich bin überzeugt davon, dass ich das "Fachliche" kann, aber einfach keine Konzentration hatte und hmm ich hab mich so sehr unter Druck gesetzt. Scheiße. Ich wollte gut sein und nachdem die ersten ihre Klausur abgegeben haben, hab ich erst angefangen zu schreiben und ich hatte solche Angst nicht fertig zu werden. Also Kopf ausgeschaltet. Schreib was, egal was, hauptsache da steht etwas. Wäre ich bloß ruhiger und konzentrierter gewesen.

Es ist nicht mehr zu ändern.

Mein Vater hat mich vom Bahnhof abgeholt. Besoffen. Die Alkoholfahne war nicht zu überriechen. Er meinte, es wäre nur ein Glas Wein gewesen. Ich kenne ihn. Ich glaube ihm nicht. Es war mehr.
Wann wird das enden?

Es war abzuwägen, ob besser ich fahre (mit Schlafentzug und kaum Erfahrung) oder er (mit Alkohol intus und viel Erfahrung). Er war das kleinere Übel. Aber es hat mich geärgert. Nein geärgert ist nicht recht. Es hat mich enttäuscht. Er hat mich enttäuscht. Er setzt mich wissentlich der Lebensgefahr aus. Warum interessiert ihn das nicht? Wo bleibt sein Verantwortungsgefühl? Wenn schon nicht mir gegenüber, dann wenigstens sich selbst gegenüber? es ist leichtsinnig und überheblich zu denken, "man kann noch fahren".
Ich verabscheue das.

Wenn ich sterben will, dann spring ich von der Brücke und nehm das selbst in die Hand. Aber ich setz mich nicht ein Auto mit einem Betrunkenen.

Meine Mutter ist grad mit meiner Schwester einkaufen gefahren. Samstags holen sie immer Brötchen und die ganze Familie ist gemeinsam zu mittag.
Ich hab keinen Hunger.
Normalerweise plane ich dieses mittagessen in meine Fressanfälle mit ein. Heute will ich nicht. Ich muss mich ja auch für die verhauene Klausur bestrafen.
Es wird Diskussionen geben. Meine Mutter wird sich nicht freuen darüber.
*sfz*

50 Kilo bis zum sommer. Das muss zu schaffen sein!
Es wird zeit sich wieder in Disziplin zu üben! Ich bin stärker, als das, was ich in mich hineinstopfe. Ich brauch das nicht!
15.3.08 14:13


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